Essay:

Essay details:

  • Subject area(s): Marketing
  • Price: Free download
  • Published on: 14th September 2019
  • File format: Text
  • Number of pages: 2

Text preview of this essay:

This page is a preview - download the full version of this essay above.

Die Deutsche Telekom zeichnet sich als Deutschlands größtes Telekommunikationsunternehmen mit Hauptsitz in Bonn und rund 217.350 Mitarbeitern weltweit, von denen 101.901 in Deutschland arbeiten, aus.  Das Unternehmen entstammt aus der Privatisierung der öffentlich-rechtlichen Deutschen Bundespost TELEKOM im Jahre 1995.  Durch den ersten Börsengang wurde auch die T-Aktie bekannt. Die Bundesrepublik Deutschland hat weiterhin eine Beteiligung von 14,5 % und 17,4 % gehören der staatlich kontrollierten KfW (Kreditanstalt für Wiederaufbau) Bankengruppe. Die restlichen 68,1 % sind auf dem freien Markt zu erwerben.

Die Kunden der Deutschen Telekom kommen sowohl aus dem Privat- als auch aus dem Unternehmensbereich. Für die Privatkunden sowie für kleine und mittlere Geschäftskunden ist die Tochtergesellschaft Telekom Deutschland GmbH mit rund 68.600 Mitarbeitern zuständig.

Die Deutsche Telekom erstreckt sich auf über 50 Länder, wobei Europa und die USA mit einer eigenen Netzinfrastruktur ausgestattet sind. Neben der Telekom Deutschland GmbH hat die Deutsche Telekom AG weitere Tochtergesellschaften und Beteiligungen auf fünf Kontinenten, wie z. B. Telekom Europa, T-Mobile US und T-Systems.

2.2 Die drei Börsengänge

Ein Blick in die historische Entwicklung erklärt den Werdegang des europäischen Marktführers. Die Deutsche Telekom hatte in der Vergangenheit drei Börsengänge. Im Folgenden werden diese näher erläutert.

2.2.1 Erster Börsengang – DT1, 18.11.1995

Die Privatisierung der Deutschen Telekom aus der öffentlich-rechtlichen Deutschen Bundespost TELEKOM hat die deutschen Unternehmen für den Kapitalmarkt geöffnet. Das Ziel dabei war, zum einen durch eine Kapitalerhöhung eine Eigenkapitalverbesserung zu indizieren, zum anderen Deutschland im Finanzwesen neu zu positionieren. Um dies zu bewerkstelligen, wurden den Privataktionären gewisse Vorteile versprochen, wodurch das Handeln mit Aktien sich attraktiver gestaltete. Der private Interessent hatte kostenlosen Zugang zu den wichtigsten Informationen rund um den Aktienhandel, über das Unternehmen und dessen Aktienangebot. Außerdem erhielten Privatanleger einen Preisnachlass, wodurch der Preis von 14,57 Euro auf 14,32 Euro sank, sowie Treuaktien aus einem Bonus-Programm. Der Gesamterlös aus dieser erfolgreichen Strategie betrug 10 Mrd. Euro.

2.2.2 Zweiter Börsengang – DT2, 28.06.1999

Durch den 2. Börsengang hatten alle Euro-Teilnehmerstaaten die Chance sich an der T-Aktie zu beteiligen. Auch die neuen Interessenten hatten wie unter DT1 den Vorteil eines Preisnachlasses und Treue-Aktien. Die Aktie kostete zu diesem Zeitpunkt 39,50 Euro. Auf internationaler Ebene wurde auf sieben verschiedenen Sprachen im Fernsehen, Radio und auch im Internet für die T-Aktie geworben. Diese Marketing-Kampagne in Verbindung zu dem Anreiz-Paket erbrachte der AG einen weiteren Gesamterlös von 10,8 Mrd. Euro.

2.2.3 Dritter Börsengang – DT3, 19.06.2000

Im 3. Börsengang wurde ein weiteres Mal die Zielgruppe der T-Aktie erweitert. Neben den Euro-Staaten hatten ab dem Zeitpunkt auch die Vereinigten Staaten, Kanada und Japan sowie weitere Staaten Zugang zur T-Aktie. Die Deutsche Telekom verschaffte sich mit der erfolgsversprechenden Kombination aus gesenktem Kaufpreis (zu dem Zeitpunkt Preis der Aktie: 66,50 Euro) und Treue-Aktien einen Gesamterlös von 13 Mrd. Euro. Der Platzierungserlös ging anders als bei den vorherigen Börsengängen an die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW). Die Deutsche Telekom positionierte sich dadurch in der Branche der Telekommunikation zum Unternehmen mit der breitesten Aktionärsbasis und zur Gesellschaft mit dem größten Anteil von Aktionären außerhalb des eigenen Heimatlandes.

Die Börsengänge führten in Deutschland zu einem Aktienboom. Im Jahre 2000 wurde der Höchstpreis von 103,50 Euro erreicht. Doch danach erfolgte eine starke Rezession, die zu einer dauerhaften Depression führte. Diese Entwicklung ist auf eine unklare Unternehmenspolitik zurückzuführen, die in Verbindung zu riskanten Firmenzukäufe nochmal verschlimmert wurde. Seit diesem Zeitpunkt beträgt die T-Aktie im Durchschnitt einen Wert von ca. 16 Euro.  Neben den hohen Verlusten der Aktienanleger führte der Abstieg der T-Aktie zu einer geschädigten Aktienkultur in Deutschland. Heute noch entscheiden sich viele Deutsche für ein Spar- oder Tagesgeldkonto und gegen Wertpapiere.

2.3 Die Deutsche Telekom 2018

Weltweit belegt die Deutsche Telekom den sechsten Platz in der Telekommunikationsbranche, mit einem Umsatz von 73,1 Mrd. Euro im Jahre 2017. Den ersten Platz konnte sich der nordamerikanische Telekommunikationskonzern AT&T mit einem Umsatz von 148,1 Mrd. Euro sichern. In Deutschland hingegen liegt die Deutsche Telekom im Jahr 2017 mit einem Umsatz von 24,68 Mrd. Euro weit über den stärksten Wettbewerbern Vodafone (10,28 Mrd. Euro) und Telefónica (7,3 Mrd. Euro) und belegt somit den ersten Platz.

Ein Indikator für die Positionierung in Deutschland ist insbesondere die hohe Nachfrage an Telekom-Produkten. Die Kundenzahlen der einzelnen Segmente aus dem ersten Quartal 2018 wurden bereits von der Deutschen Telekom veröffentlicht. 42,7 Mio. Mobilfunk-Kunden haben sich für die Deutsche Telekom entschieden, wodurch sie die Zweitplatzierung auf dem deutschen Markt innehat. Mit 19,1 Mio. Festnetz-Anschlüssen besitzt die Telekom 51,4 % Marktanteil in der Festnetz-Telefonie. Außerdem gehören 13,4 Mio. Breitband-Anschlüsse in Deutschland der Deutschen Telekom, wovon 6,2 Mio. Glasfaser-Kunden sind. Auch in diesem Segment kann sich die Deutsche Telekom als Marktführer positionieren. Im TV-Sektor wiederum werden dem Telekommunikationsunternehmen 3,2 Mio. Kunden zugeordnet. Darunter die TV-Empfangsarten IPTV und SAT.

3 Risikobetrachtung von Telekommunikations-

   unternehmen anhand der SWOT-Analyse

Im Folgenden wird die SWOT-Analyse der Telekommunikationsbranche am Beispiel der Deutschen Telekom durchgeführt. Allgemein lässt sich die SWOT-Analyse in eine Umweltanalyse (strengths and weaknesses) und eine Unternehmensanalyse (opportunities and threats) unterteilen. Um einer guten und detaillierten Unternehmensanalyse gerecht zu werden, wurde diese anhand einer Five-Forces-Analyse dargestellt.

3.1 Stärken und Schwächen

3.1.1 Stärken

In der Telekommunikationsbranche haben Unternehmen den Vorteil, kaum von der Konjunktur abhängig zu sein, d. h. die gesamtwirtschaftliche Lage in Deutschland hat keinen großen Einfluss auf die Nachfrage nach Telekommunikationsprodukten. Zum einen liegt dies daran, dass es sich bei den Telekommunikationskunden um Vertragskunden handelt, die somit an dem Unternehmen für min. zwölf und max. 24 Monate gebunden sind.  Zum anderen liegt dies an der großen Bedeutung des Internets. Privatpersonen haben ein großes Bedürfnis nach einem Internetzugang, wodurch die Priorität dafür höher ist als für andere Güter. Die Frage liegt nicht darin, ob man sich ein Telekommunikationsprodukt kauft, sondern unter welchen Konditionen abhängig von der Leistung, der Dauer und dem Preis.

Eine weitere Stärke der Telekommunikationsbranche ist die hohe R&D- und Innovationsintensität. Wie bereits zu Beginn erklärt und ausgeführt, werden vier Telekommunikationssegmente angeboten. Das Produktportfolio wird den Nutzerwünschen angepasst. Die Deutsche Telekom bspw. ermöglicht dem Kunden einen einheitlichen Zugriff auf persönliche Daten. Hierunter fallen u. a. Musik, Videos und integrierte Services über alle Endgeräte. Ein weiteres Beispiel ist das TV-Produkt Entertain bzw. seit Oktober 2018 MagentaTV. Dieses bietet neben dem Zugriff auf Pay-TV Sender und Online-Videothek auch den Zugriff auf Musik- und Fotodateien.  Die Unternehmen verfolgen das Ziel, ihre Neu- und Bestandskunden mit zusätzlichen Leistungen zufriedenzustellen. Durch den technologischen Fortschritt und den wachsenden Anforderungen der Kunden befinden sich die Telekommunikationsunternehmen in einer stetigen Entwicklungsphase, wodurch auch innovative Ideen angeregt und verfolgt werden.

In Bezug auf die Eröffnung neuer Geschäftsfelder ist die Telekommunikationsbranche ein Vorreiter. Dies wird bewerkstelligt, indem Medien und Techniken konvergiert werden, wie bspw. neue Apps und Cloud-Angebote. Auch die Deutsche Telekom hat dies umgesetzt und bietet die MagentaCLOUD für Privatkunden  und die TelekomCLOUD für Geschäftskunden an.  Unter einer Cloud versteht man einen virtuellen Raum, dt. „Wolke“, in dem Daten, Software und Dienstleistungen zur Verfügung gestellt werden. Dies erfolgt über ein Netzwerk oder das Internet. Der Betreiber der benötigten Daten und Hardware ist teilweise nicht der Nutzer selbst, sondern der Anbieter, der diese Cloud vermietet.  Bei der TelekomCLOUD ist es somit die Deutsche Telekom. Hierbei haben die Geschäftskunden die Möglichkeit eine Cloudlösung im Bereich der Infrastruktur oder der Software auszuwählen.

3.1.2 Schwächen

Die Innovationsintensität und die stetige Entwicklung der Telekommunikationsbranche stellen jedoch nicht nur große Vorteile für die Unternehmen dar. Zur Verwirklichung der Ideen müssen die Unternehmen eine hohe Geldsumme investieren. Der Grund dafür sind u. a. der kostspielige Netzausbau und die flächendeckende Verfügbarkeit der Breitband-Anschlüsse. Allein im Jahre 2017 hat die Deutsche Telekom 5,4 Milliarden Euro und im Jahre 2018 5,7 Milliarden Euro in die deutschen Netze investiert. Dr. Dirk Wössner, Vorstandsmitglied der Deutschen Telekom, versprach, dass die Deutsche Telekom in den nächsten vier Jahren mehr als 20 Milliarden Euro in die Infrastruktur investieren werde, d. h. 5 Milliarden Euro jährlich. Dabei soll insbesondere der Ausbau der Glasfaser-Anschlüsse gefördert werden.  

Ein weiterer großer Schwachpunkt der Branche stellt die stetige Beobachtung der Telekommunikationsanbieter durch die Bundesnetzagentur dar, insbesondere die daraus resultierenden Eingriffe. Die Bundesnetzagentur veranlasst neue Regelungen in der Branche, wie z. B. die Forderung von Preissenkungen. Die regulatorischen Eingriffe durch Regierungsbehörden finden sowohl auf nationaler als auch auf europäischer Ebene statt. Die im Oktober 2015 verabschiedete EU-Verordnung zum Telekommunikationsbinnenmarkt führte zu Einschränkungen des Produktportfolios der Deutschen Telekom, die Regelungen zum Internationalen Roaming, Netzneutralität und Informationspflichten beinhaltet.

Auch in Bezug auf den Ausbau der Glasfaser-Anschlüsse wurde der Deutschen Telekom 2010 eine marktbeherrschende Stelle vorgeworfen. Dies allein basierte nur auf der Ankündigung der Deutschen Telekom, dass sie sich im Bereich der FTTH-Anschlüsse ausbreiten möchte. Zu diesem Zeitpunkt wurde eine starke Entwicklung der FTTH-Anschlüsse im Breitbandmarkt innerhalb der darauffolgenden drei Jahre erwartet. Um allen weiteren Telekommunikationsunternehmen eine Chancengleichheit und einen Anreiz zum Wettbewerb zu schaffen, wurden der Deutschen Telekom Zugangs- und Entgeltregulierungen vorgegeben.  Doch die Prognose bzgl. der Entwicklungen von FTTH-Anschlüssen wurde selbst sieben Jahre später noch nicht erfüllt. Der Ausbau schreitet nur begrenzt und langsam voran. Die einseitige Regulierung behindert nicht nur die Deutsche Telekom, sondern auch den freien Wettbewerb.

3.2 Chancen und Risiken im Five-Forces-Modell

3.2.1 Bedrohung durch neue Wettbewerber

In der Telekommunikationsbranche ist die Bedrohung durch neue Wettbewerber gering. Hohe Barrieren verhindern hier den Markteintritt, da hohe Eintritts- und Fixkosten herrschen. Anbieter haben hohe Anfangsinvestitionen, wie bspw. bei der Entwicklung und dem Ausbau der 5G-Technologie, um neue Produkte erfolgreich vermarkten zu können. Folglich dauert es auch eine längere Zeit, bis diese Kosten wieder ausgeglichen werden können. Somit ist eine sehr gute Planung und eine ausgereifte Marketingstrategie für ein Telekommunikationsunternehmen essentiell, damit der notwendige Return-on-Investment erzielt werden kann.

In Deutschland haben sich die Top-Wettbewerber bereits in allen Sektoren manifestiert und eine stabile Position auf dem Markt eingenommen. Somit ist es für neue Unternehmen sehr schwer, in diesen Wettbewerb einzudringen. Als Marktführer hat die Deutsche Telekom neue Konkurrenz am wenigsten zu befürchten. Allerdings ist die geplante Fusion von Vodafone und Unitymedia eine ernste Bedrohung. Dieser Zusammenschluss wurde am 9. Mai 2018 verkündet und ist bis heute noch in Prüfung durch die EU-Kommission. Sofern die Fusion verwirklicht würde, hätte der Gigant Deutsche Telekom einen weitaus größeren Konkurrenten als bisher.

3.2.2 Bedrohung durch Ersatzprodukte

Weitaus bedrohlicher für die Branche sind jedoch Ersatzprodukte. Dabei geht es hauptsächlich um sogenannten „Over-the-top content“ (OTT). Dieser Begriff bezeichnet diejenigen Produkte, die durch Dritte über Internetzugänge von Telekommunikationsanbietern bereitgestellt werden, auf die der jeweilige Anbieter aber keinen Zugriff hat. Der Anbieter hat ausschließlich Einsicht auf die über sein Netz gesendeten und empfangenen IP-Pakete. Er ist also nur für den Transport der Daten verantwortlich.

Ein typisches Beispiel für OTT-Inhalt ist der Messaging-Dienst Skype. Bei der Nutzung von Skype-Anrufen wird nicht mehr das Telefonnetz eines Anbieters genutzt. Ferner stellt die Messaging-Funktion einen Ersatz für die SMS dar, welche wiederum ein Produkt eines Telekommunikationsanbieters wäre. Ein weiteres bekanntes OTT-Produkt aus der Gegenwart ist der Streaming-Dienst Netflix. Durch die Nutzung von Netflix wird Pay-TV für die Verbraucher deutlich uninteressanter. Dies schadet somit auch dem Pay-TV-Dienst der Deutschen Telekom.

Das wohl berühmteste OTT-Produkt ist der Instant-Messaging-Dienst WhatsApp. Der Dienst fokussiert sich besonders darauf, kostenfrei Kurznachrichten zu versenden. Dadurch wurde die SMS immer unbedeutender. Von 2012 bis 2017 betrug die durchschnittliche jährliche Abnahmerate in Umsätzen durch SMS und MMS ca. 20,3 %.  Innerhalb der letzten Jahre hat WhatsApp allerdings noch einige weitere Funktionen eingeführt, die der Telekommunikationsbranche weiter schaden. Der Dienst bietet den Anwendern die Möglichkeit über seine Server gebührenfreie Audio- und Videotelefonate zu führen. Das Prinzip ist das gleiche wie bei Skype, allerdings werden durch WhatsApp mehr Menschen erreicht. Ferner gibt es die Möglichkeit asynchrone Sprachnachrichten zu versenden, die der Empfänger zu beliebiger Zeit anhören kann. Auch diese Funktion ersetzt indirekt Telefongespräche. Die Funktion ist besonders bei jungen Leuten beliebt.

Für die Wettbewerber innerhalb der Telekommunikationsbranche sind insbesondere OTT-Inhalte somit eine große Gefahr. Die Anbieter stellen zwar ihre Infrastruktur zu Verfügung, für die die Konsumenten auch zahlen, ihre anderen und eigenen Produkte werden allerdings immer weniger nachgefragt.

3.2.3 Verhandlungsmacht der Kunden

Telekommunikationsanbieter vertreiben Produkte, die für die Verbraucher rund um die Uhr verfügbar sein sollen. Somit haben die Verbraucher eine hohe Machtposition gegenüber den Anbietern. Sobald ein Netzwerkausfall eintritt, können Schadensersatzansprüche geltend gemacht werden, denn wie bereits erwähnt, sind die Anbieter üblicherweise vertraglich verpflichtet, ihrer Leistung nachzukommen.

Es wird zwischen zwei großen Kundengruppen unterschieden: Privat- und Geschäftskunden. Privatkunden sind sehr preissensibel, denn bei ihnen spielt der Preis eines Produktes eine viel größere Rolle als z. B. die Qualität oder der Netzwerkausbau. Außerdem hat sich die Informationsbeschaffung durch u. a. soziale Netzwerke und gezielte Werbeinhalte im Internet deutlich vereinfacht. Dies hat ebenfalls Auswirkungen auf den Preis. Geschäftskunden legen eher Wert auf Qualität und Zuverlässigkeit. Somit ist es für einen einzelnen Telekommunikationsanbieter schwierig, beide Kundengruppen erfolgreich zu bedienen. Es besteht somit eine große Vielfalt in der Branche, was den Kunden hohe Einflussmöglichkeiten gibt.

Durch den technologischen Fortschritt wachsen auch die Bedürfnisse der Kunden. Anbieter installieren inzwischen vorzugsweise Glasfaser- statt Kupferkabel, da nur diese tatsächlich zukunftssicher sind. Kupferkabel wurden überwiegend bereits im 20. Jahrhundert für Festnetz-Telefonie installiert und haben begrenzte Möglichkeiten. Glasfaserkabel können ein Vielfaches der Datenrate von Kupferkabeln erzielen. Da diese neuartige Technologie allerdings noch in einem frühen Stadium ist, stellt sie große Möglichkeiten erst für die Zukunft dar.

3.2.4 Verhandlungsmacht der Lieferanten

Die Lieferanten, wie z. B. SIM-Karten- und Smartphone-Hersteller, beeinflussen die Profitabilität von Telekommunikationsanbietern. Ein Wachstum in der Verhandlungsmacht der Lieferanten führt entweder zu einem Rückgang im Erlös des Unternehmens oder zu einem Anstieg im Preis für den Endkunden. Der Einfluss der Lieferanten ist vergleichsweise gering, daher wird die Verhandlungsmacht als niedrig angesehen.

3.2.5 Rivalität innerhalb der Branche

In der Telekommunikationsbranche ist der Markteintritt an sich eine hohe Barriere, jedoch weisen die etablierten Unternehmen eine starke Konkurrenz untereinander auf. Somit liegt hier ein Oligopol vor.

Im heutigen Zeitalter ist es für nahezu jeden Menschen essentiell, einen Internetzugang, sowohl mobil als auch stationär am Wohnort, zu besitzen. Telefónica Deutschland ist, wie bereits festgestellt, Marktführer im Mobilfunk-Bereich. Dies liegt insbesondere daran, dass das Unternehmen mit vergleichbar niedrigen Preisen wirbt. Die Deutsche Telekom geht dieser Strategie nicht nach und setzt hingegen mehr auf hohe Qualität, wie z. B. durch den sehr guten Netzwerkausbau.

Auch in Zukunft wird sich der Wettbewerb weiterhin zuspitzen. Die Bedeutung der Branche wächst mehr und mehr durch die technologischen Fortschritte und insbesondere dadurch, dass sich immer mehr Menschen auf Technologien des 21. Jahrhunderts, wie z. B. Smartphones und Tablets, einlassen. Dies zeigen u. a. die absoluten Zahlen bzgl. Einzelkunden in den verschiedenen Sektoren.  Daher ist es für Wettbewerber wichtig, dass sie ihre Marketingstrategie besonders auf Neukunden ausrichten.

4 Versicherungslösungen

4.1 Erstversicherer und Versicherungsvermittler

Die gängige Versicherungslösung ist der Risikotransfer auf einen oder mehrere Erstversicherer. Auf dem Erstversicherungsmarkt stehen den Unternehmen verschiedene Produktdifferenzierungen zur Verfügung, die den eigenen Risiken angepasst werden können. Die Auswahl von passendem Versicherungsschutz kann durch einen Versicherungsvermittler unterstützt werden. Die Deutsche Telekom Assekuranz-Vermittlungsgesellschaft mbH ist als eine 100-prozentige Tochtergesellschaft der firmenverbundene Versicherungsmakler der Telekom. Die Konzernversicherungen werden also ausschließlich auf diesem Wege vermittelt. Durch diese Methode werden externe Vermittler ausgeschaltet.

Für Telekommunikationsunternehmen ist zunächst eine All-Risk-Sachversicherung, insbesondere aufgrund des Potenzials für Kumulschäden, essentiell. Ferner ist eine Haftpflichtversicherung für Vermögensschäden wichtig, um sich vor Schadensersatzansprüchen gegenüber Dritten zu schützen, da diese schnell zu hohen Geldbeträgen führen können. Der genaue Bedarf an Versicherungen ist allerdings für jedes Unternehmen individuell festzustellen und kann nicht pauschal beschrieben werden.

4.2 Captive Insurance Company

Die Gründung einer sog. „Captive Insurance Company“, kurz auch Captive genannt, ist für große Unternehmen eine durchaus vorteilhafte Versicherungslösung. Unter einer Captive wird ein unternehmenseigenes Versicherungsunternehmen verstanden, welches primär die Risiken des Unternehmens übernimmt. Diese Lösung ist besonders für Frequenzschäden rentabel, da kleinere Schäden in üblichen Versicherungsprogrammen bei Erstversicherern häufig im Selbstbehalt des Unternehmens bleiben.

Da eine Captive ein Versicherungsunternehmen darstellt, wird so ein direkter Zugang zum Rückversicherungsmarkt geschaffen. Durch diesen Zugang ist das Unternehmen nicht ausschließlich an den Erstversicherungsmarkt gebunden und hat deutlich mehr Optionen. Falls dort nämlich kein zufriedenstellender Versicherungsschutz verfügbar wäre, könnte noch auf den Rückversicherungsmarkt zurückgegriffen werden.

4.3 Eigene Risikotragung

Die Eigentragung von Risiken steht stets als Option zur Verfügung. Hierunter fallen üblicherweise Frequenzschäden, da bei kleinen Schäden die Eigentragung für das Unternehmen durch die eingesparten Versicherungsprämien und Verwaltungskosten oft preiswerter ist. Für die meisten Unternehmen ist die Gründung einer Captive aus finanziellen und organisatorischen Gründen nicht möglich, daher ist die Eigentragung eine populäre Versicherungslösung. Für Großschäden ist eine Absicherung jedoch essentiell, um das Unternehmen vor dem wirtschaftlichen Ruin zu schützen.

5 Fazit

Es wurde deutlich, dass die Telekommunikationsbranche trotz weniger etablierter Anbieter ein umkämpfter Markt ist. Insbesondere durch äußere Einflüsse, wie den staatlichen Eingriffen, haben es die Unternehmen schwer, sich unter den Bedingungen eines freien Wettbewerbs zu positionieren. Hinzu kommen die zunehmende Digitalisierung und technischen Fortschritte, die den Markt zu innovativen und schnelleren Lösungen zwingen. Diese zwei Aspekte bilden einen zweiseitigen Druck für die Unternehmen. Insbesondere für die Deutsche Telekom heißt es, zum einen von Seiten des Staates eine marktbeherrschende Stellung aufzugeben und somit Einbußen durch Regulierungen zu tragen, zum anderen der Kritik der Kunden über die langsamen Umsetzungen von Prozessen entgegenzukommen. Um alle Hindernisse umgehen zu können, müssen die Unternehmen neue Märkte erschließen, um so Risken zu streuen. Als Telekommunikationsunternehmen mit über 50 Standorten weltweit besitzt die Deutsche Telekom bereits eine gute Basis.

...(download the rest of the essay above)

About this essay:

This essay was submitted to us by a student in order to help you with your studies.

If you use part of this page in your own work, you need to provide a citation, as follows:

Essay Sauce, . Available from:< https://www.essaysauce.com/essays/marketing/2018-11-7-1541603522.php > [Accessed 14.10.19].